»Ganz nah dran!«
Am 18. Oktober nimmt Kolumba am 9. Europäischen
Tag der Restaurierung teil. Dieses Jahr steht er unter dem Motto »Ganz nah
dran!«. Am Beispiel von zwei Arbeiten in der aktuellen Ausstellung werden
Fragestellungen, mit denen sich die Restauratorinnen täglich konfrontiert
sehen, diskutiert. Sie sind herzlich eingeladen zuzuschauen, zuzuhören und
mitzureden.
Es gilt der übliche Museumseintritt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
15.00 Uhr, Raum 8: Fotorestaurierung und die Frage nach dem Original
Geometrische Formen und verwischte Gestalten, die
sich mit und in der Geometrie bewegen, dominieren in der 20-teiligen
großformatigen Fotoarbeit in Raum 8. Bei den Personen auf den Fotos handelt es
sich um das Künstlerpaar Anna und Bernhard Blume, die die Arbeit »Transzendentaler
Konstruktivismus« geschaffen haben. Am besten lässt sich das Werk mit etwas Abstand
erfassen. Im Detail gehen die Formen verloren. Im Detail beginnt aber die
Arbeit für die Restaurierung. Hier werden Schäden an den Fotos deutlich, die
sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen lassen.
Welche Schadenbilder lassen sich hier entdecken?
Wie können sie erklärt werden? Wie unterscheidet sich die Restaurierung von
Fotografien von anderen Arbeiten auf Papier? Fotografien sind reproduzierbare
Kunst – was ist dann das Original? Diesen und anderen Fragen wollen die
Restauratorinnen Franziska Elbers und Heike Bommes in einem offenen Gespräch
vor den Arbeiten in Raum 8 nachgehen.
16.00 Uhr, Raum 12: Spielend erhalten. Wie ein Kunstwerk funktionstüchtig bleibt
Sie surrt, sie klingelt, sie knattert. Die
Kugelbahn ist eine »räumlich-installative Komposition für eine Person im
Zentrum« von 1977. Wer das Musikstück von Manos Tsangaris hören möchte, geht in
ihre Mitte und aktiviert sie mit einem Knopfdruck. Drei verschiedene Kugeln
beginnen ihre Fahrt durch die Kugelbahn, getaktet, auf einander abgestimmt. Sie
lösen Sounds, Lichter und sogar eine Überwachungskamera aus, die ein Live-Bild
auf einen Fernseher wirft. Diese Vielzahl an technischen Komponenten in
Kombination mit dem täglichen Gebrauch der Kugelbahn wirft viele Fragen
hinsichtlich der Erhaltung des Kunstwerks auf: Was passiert, wenn Teile der
Kugelbahn kaputt gehen? Wie ersetzen wir sie? Wie viel dürfen wir am
Erscheinungsbild der Kugelbahn zugunsten einer reibungsloseren Funktionalität
verändern? Welche Gebrauchsspuren in Form von Abnutzung gehören zur Objektgeschichte
dazu?
Der Direktor von Kolumba Marc Steinmann, der Künstler
Manos Tsangaris und die Restauratorin Heike Bommes laden Sie herzlich zu einem
offenen Gespräch über Erhalt und Funktionalität der Installation in Raum 12
ein.